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Anästhesie in der Thoraxchirurgie

Anästhesie in der Thoraxchirurgie

In der Thoraxchirurgie werden Patienten mit gutartigen, entzündlichen oder bösartigen Erkrankungen der Organe sowie der bindegewebigen, nervalen, muskulären und knöchernen Strukturen des Brustkorbs (Thorax) versorgt. So werden neben Eingriffen an der Lunge und der Pleura sowie an den Bronchien auch Eingriffe an der Thoraxwand, dem Zwerchfell, dem thorakalen Grenzstrang, dem Thymus und der Luftröhre (Trachea) durchgeführt.

In der Thoraxanästhesie "teilt" sich der Anästhesist bei einer Vielzahl der oben genannten Eingriffe die Lunge mit dem Operateur. Für den Anästhesisten bedeutet das, dass er während der Operation nach Möglichkeit nur die nichtoperierte Lunge beatmet (Einlungenventilation). Dieses wird über die Verwendung von Doppellumentuben bzw. im Endotrachealtubus platzierten aufblasbaren Spezialkathetern (sog. Bronchusblockern) ermöglicht.

Die Planung der Art der Atemwegstrennung erfolgt dabei bereits vor Ihrer Operation durch das Anästhesieteam in Zusammenarbeit mit den Thoraxchirurgen. Nach Anamnese und Sichtung Ihrer Vorbefunde und anhand des geplanten operativen Vorgehens planen wir für jede Patientin und jeden Patienten individuell.

So erfolgt in enger Absprache mit dem Operateur bei Eingriffen mit Gefährdung des Stimmbandnervens bei Bedarf der Einsatz eines Nerven-Monitorings, um das Risiko für Stimmbandlähmungen nach der Operation zu verringern. In Spezialfällen (z. B. Chirurgie der Luftröhre) stehen auch Beatmungsgeräte zur Jetventilation (zwischen 150 – 1000 Atemhüben pro Minute) über spezielle Katheter zur Verfügung. Für die Platzierung und Lagekontrolle der Doppellumentuben bzw. Bronchusblocker und zur intraoperativen Diagnostik stehen an der Anästhesiologischen Klinik modernste Video-Bronchoskope bereit. Durch den Einsatz neuer spezieller Tuben mit eingebauter Kamera kann in vielen Fällen sogar auf die Bronchoskopie verzichtet werden, da das Anästhesieteam während der gesamten Operation über diese Kamera die korrekte Tubuslage beurteilen und dem operativen Partner so ideale Bedingungen für den geplanten Eingriff ermöglichen kann.

Während der gesamten Operation werden durchgängig Ihre Vital- und Beatmungsparameter sowie die verschiedenen Labor- und Blutgaswerte überwacht und ggf. auftretende Probleme sofort therapiert. Zu Ihrer Überwachung stehen an der Anästhesiologischen Klinik alle modernen Möglichkeiten des erweiterten hämodynamischen Monitorings (Pulskonturanalyse, Pulmonalarterienkatheter, Transösophageale Echokardiographie) zur Verfügung. 

Zum Ausschluss einer Wachheit während der Operation wird an der Anästhesiologischen Klinik routinemäßig die Narkosetiefe mittels kontinuierlicher Ableitung eines Elektroenzephalogramms überwacht. Weiterhin wird die neuromuskuläre Blockade nach Einsatz von Muskelrelaxanzien intraoperativ ebenfalls kontinuierlich mittels einer Akzeleromyographie überwacht und bei Bedarf therapiert.

Zur postoperativen Schmerztherapie wird bei entsprechenden Eingriffen und fehlenden Kontraindikationen die zusätzliche Durchführung eines rückenmarksnahen Regionalanästhesieverfahren (Periduralkatheter) bzw. einer patientenkontrollierten intravenösen Schmerzpumpe (PCIA) angeboten. Intraoperativ erfolgt durch die operativen Partner zusätzlich die Anlage einer regionalen Nervenblockade. Bei allen Schmerzfragen werden die Patienten auch nach der Operation während des weiteren klinischen Aufenthaltes und bei Bedarf auch ambulant nach der Entlassung durch das Team der Schmerzambulanz der Anästhesiologischen Klinik mitbetreut.

Wir möchten Sie auf diesem Wege unbedingt bitten, alle Befunde Ihres Hausarztes oder Facharztes zur Operation bzw. der Vorstellung in unserer Ambulanz zum Narkosevorbereitungsgespräch mitzubringen. Nur so können wir gewährleisten, dass alle wichtigen Informationen rechtzeitig vorliegen. Dadurch können wir Ihre bestmögliche Betreuung sicherstellen und Verzögerungen können vermieden werden.