Spezielles Monitoring

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Spezielle intraoperative Monitorverfahren

Die Überwachung und rechtzeitige Erfassung von ungewollten physiologischen Abweichungen gehört zu einer zentralen Aufgabe einer/eines Narkoseärztin/Narkosearztes. Hierfür werden während einer Narkose bzw. Operation je nach Eingriff ganz unterschiedliche Diagnostika zur Anwendung gebracht. Insbesondere sind hier Verfahren zur Überwachung der Herz-, Kreislauffunktion, aber auch der Nerven- bzw. Gehirnfunktionen etabliert.

  • Schilddrüsenchirurgie
    In der Schilddrüsenchirurgie wird bei allen Operationen ein sogenanntes "Rekurrens-Monitoring" durchgeführt. Hierbei kann der sehr sensible und mitten im Operationsgebiet gelegene Stimmbandnerv durch den Operateur mit einer Stimulationssonde gesucht, und über ein akustisches Signal identifiziert werden. Die elektrische Ableitung erfolgt dabei über am Beatmungstubus in Höhe der Stimmbänder platzierte Elektroden. So kann der Operateur den Nerven frühzeitig erkennen und vor Schäden durch die Operation bewahren.
  • Carotischirurgie
    Bei Operationen an der Halsschlagader, der sog. Arteria carotis, werden in der Gefäßchirurgie bei allen Eingriffen sogenannte "Somatosensensorische Potentiale (SEP)" abgeleitet. Hierbei wird beim Patienten in Narkose im Bereich des Handgelenkes der Gegenseite in kurzen Abständen ein Stromreiz gesetzt. Die zum Gehirn fortgeleiteten Nervensignale werden dabei im Bereich der oberen Halswirbelsäule, sowie über der Großhirnrinde abgeleitet. Da der Operateur während der Operation eine vorübergehende Abklemmung des betroffenen Gefäßes vornehmen muss, kann die Auswirkung auf die Hirnfunktion der betreffenden Hemisphäre sicher beurteilt werden. Im Falle einer verminderten Durchblutung kann der Operateur so zeitnah vom Anästhesisten informiert werden, und entsprechende Gegenmaßnahmen zur Verbesserung der Perfusion - wie z.B. die Anlage eines Gefäßbypasses - einleiten.
  • Transösophageale Echokardiokardiographie (TEE)
    Bei der TEE wird beim Patienten in Narkose eine Ultraschallsonde in die Speiseröhre eingeführt und hinter dem Herzen platziert. Diese bildgebende Diagnostik ermöglicht dem Anästhesisten eine genaue Einschätzung der vielschichtigen Herzfunktionen. Insbesondere der Füllungszustand, die Herzklappenfunktionen, die Kontraktilität und die Morphologie des Herzens können hier detailgenau beurteilt werden. Diese Informationen stellen einen ungemein wichtigen Aspekt in der Herzchirurgie, aber auch bei unklaren und akut eingetretenen Herz-/Kreislaufproblemen dar.
    Routinemäßigen Einsatz findet die TEE auch bei Operationen von Tumoren der hinteren Schädelgrube in der Neurochirugie. Aus der für diese Operationen notwendigen Lagerung des Patienten in sitzender Position resultiert eine erhöhte Gefahr für Luftembolien. Auch hier leistet das TEE bei der frühzeitigen Detektion in die Blutgefäße eingedrungener Luft wertvolle Dienste.
  • Hämodynamisches Monitoring
    Weitere Monitorverfahren zur Überwachung der Herz-, Kreislauffunktion stellen die verschiedenen Messverfahren über Pulmonaliskatheter, PiCCO, Vigileo und EV-1000-System da. Hierbei werden in verschiedenen Blutgefäßen Katheter eingelegt, und über Druckmessungen und Pulskonturanalysen verschiedene Gefäßwiderstände, das Herzzeitvolumen, Schlagvolumenvarianzen und auch Volumenfüllungen der Gefäße bestimmt. Hierüber kann in der Folge eine zielgerichtete Therapie mit kreislaufstützenden Medikamenten und Infusionslösungen zur Optimierung der Herz-, Kreislauffunktion erfolgen.
 
 
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Zusammenfassung