Anästhesie in der Herzchirurgie

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie in der Herzchirurgie

Die Anästhesiologische Klinik begleitet und anästhesiert Patienten jeden Alters  mit verschiendensten Vorerkrankungen bei allen heute routinemäßig durchführbaren operativen Eingriffen am Herzen und an der Körperschlagader (Aorta). Neben Standardeingriffen wie Koronarbypass- und Herzklappenoperationen liegen weitere Schwerpunkte der herzchirurgischen Therapie  vor allem in der Behandlung der terminalen Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Dazu zählen die Herztransplantation und die Implantation von sogenannten herzunterstützenden Systemen oder Kunstherzen (Assist devices). Auch Gefäßoperationen im Bereich der Hauptschlagader (thorakale Aorta) und die Versorgung von Patienten mit Herzschrittmachern gehören zum Leistungsumfang der Herzchirurgischen Klinik.

Seit einigen Jahren werden darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der Kardiologischen Klinik bei Patienten in Narkose im Herzkatheterlabor Herzklappen minimalinvasiv und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine ersetzt oder Funktionsstörungen der Klappen korrigiert (transapikaler und transfemoraler Aortenklappenersatz sowie MitraClip).

Die Anästhesiologische Klinik begegnet den wachsenden Ansprüchen einer modernen Herzchirurgie in vielerlei Hinsicht:

Moderne Anästhesieverfahren:

Das Wissen um die organschützenden Eigenschaften von zur Narkose eingesetzten Medikamenten wie Schmerzmitteln (Opiaten) und Schlafmitteln (Hypnotika) nimmt ständig zu und wird durch aktuelle Forschungsergebnisse ergänzt und korrigiert. Pharmakologische Forschung und somit eigenes Expertenwissen von Mitarbeitern der Anästhesiologischen Klinik schaffen dabei die Grundlage für eine optimierte Anwendung und Dosierung als auch Substanzauswahl von Anästhetika bei diesen oft kritisch kranken Patienten.

Moderne Verfahren zur perioperativen Überwachung von Organfunktionen:

Sowohl im Operationssaal als auch auf der Intensivstation der Anästhesiologischen Klinik stehen neueste Medizingeräte zur künstlichen Beatmung und zur Überwachung der Gehirn- und Kreislauf-Funktionen während der operativen Eingriffes und auch postoperativ zur Verfügung. Bestimmte Untersuchungsverfahren, wie das Elektroenzephalogramm (EEG) oder auch Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) werden routinemäßig eingesetzt, um die Funktion des Zentralnervensystem während des Eingriffs zu überwachen. Die transösophageale Echokardiographie liefert bildliche oder auch morphologische Informationen über die Beschaffenheit und Funktion z. B. des Herzmuskels oder auch aller Herzklappen. Auch dieses Verfahren wird bei fast allen Patienten eingesetzt. Das erweiterte hämodynamische Monitoring dient der kontinuierlichen Überwachung wesentlicher Messgrößen der Herzkreislauffunktion während und nach der Operation, die dem Anästhesisten eine spezifische und rasche Therapie von Funktionsstörungen des Herzens oder auch der Blutgefäße ermöglichen. Dazu werden spezielle Messfühler an bestimmten Stellen in einzelne arterielle Blutgefäße eingebracht.

Qualitätsmanagement:

Standardverfahren für die Anästhesie in der Herzchirurgie wurden erarbeitet und werden ständig gemeinsam weiterentwickelt, um eine hohes Maß an Behandlungsqualität, Patientensicherheit und Patientenzufriedenheit zu ermöglichen. Durch die exakte und gut steuerbare Dosierung von modernen Schmerzmitteln und Anästhetika können die Patienten im Regelfall schon innerhalb von 2 Stunden nach dem Ende der Operation erwachen und wieder selber atmen. Dadurch kann auch eine raschere Verlegung von der Intensivstation auf die Normalstation erreicht werden. Wichtig ist dabei ein interdisziplinäres Konzept bei der Behandlung herzchirurgischer Patienten. Dazu arbeiten Ärzte mehrerer Fachrichtungen (Narkosearzt, Intensivarzt, Herzchirurg, Kardiologe) gemäß dem Motto „Nur gemeinsam sind wir um so erfolgreicher“ zusammen, um eine optimale Versorgung unserer Patienten sicherzustellen. Das Wissen um die organschützenden Eigenschaften von zur Narkose eingesetzten Medikamenten wie Schmerzmitteln und Schlafmitteln nimmt ständig zu und wird durch aktuelle Forschungsergebnisse ergänzt und korrigiert. Gemäß dem Anspruch einer universitären Klinik für Anästhesiologie wird versucht, diese aktuellen Forschungsergebnisse in der täglichen Anwendung von Anästhetika am Patienten zu berücksichtigen.