Anästhesie in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie in der HNO

Die enge räumliche Beziehung zwischen dem Luftweg des Anästhesisten und dem Operationsgebiet charakterisiert die besondere Situation der Anästhesie in der HNO-Chirurgie.

Neben der traditionell außergewöhnlich engen und guten Zusammenarbeit mit den operativ tätigen Kollegen trägt nicht zuletzt auch die Narkoseführung in Form der Totalen Intravenösen Anästhesie (TIVA) zu Patientensicherheit und Komfort bei.

Die Zufriedenheit unserer Patienten hinsichtlich Narkose und Schmerzregime belegt recht eindrucksvoll die Auswertung der Patientenbefragung im Rahmen der postanästhesiologischen Visite: Von 1 994 im vergangenen Jahr visitierten Patienten empfanden 1 776 Patienten sowohl das Einschlafen als auch 1 664 der Befragten auch das Erwachen aus der Narkose als angenehm. 93 % der von uns betreuten Patienten würde wieder das gleiche Narkoseverfahren wünschen. Die von uns betreute Altersgruppe der Patienten reicht vom wenige Stunden alten Früh-/Neugeborenem mit angeborenen Fehlbildungen (z. B. Missbildungen der Nasenmuschel/Choanalatresie) bis hin zum hoch betagten Patienten.

Die Bandbreite der operativen Eingriffe erstreckt sich von rein diagnostischen Maßnahmen (z. B. Kehlkopfuntersuchung/Mikrolaryngoskopie, BERA-Untersuchung) bis hin zur großen Tumoroperation mit plastischer Deckung mittels Radialislappen. Der besonderen Herausforderung hinsichtlich der Patientensicherheit bei Operationen im Bereich der Schädelbasis (Akustikusneurinome) oder bei der operativen Entfernung von Engstellen der Luftröhre (Tracheaquerresektionen) tragen wir mit umfangreichen Monitoringmaßnahmen Rechnung.

Bei "kleinen" Operationen (Entfernung der Gaumenmandeln/Adenoide und Trommelfellschnitt/Parazentese) unserer pädiatrischer Patienten haben wir mit der Kehlkopfmaske (Larynxmaske/LAMA) zur Sicherung der Atemwege gute Erfahrungen gesammelt, sodass wir dieses Verfahren als Standardverfahren bei diesen Eingriffen einsetzen. Dank der exakten Steuerbarkeit der von uns eingesetzten Medikamente zur Narkoseführung, können wir unseren operativen Partnern auch Eingriffe (z. B. Thyreoplastik) bei spontan atmenden Patienten in sogenannter Analgo-Sedierung ermöglichen.

Angst vor postoperativen Schmerzen und Übelkeit (PONV) sind zwar allzu verständlich, aber aufgrund der von uns gewählten Narkoseregime und der bereits intraoperativ begonnenen Schmerztherapie, die im Aufwachraum weitergeführt und bei Bedarf auch auf Normalstation fortgeführt wird, unbegründet.

Patienten, bei denen es wegen einer Vorbehandlung im Hals-, Nasen- und Mundbereich schwierig sein kann, den Beatmungsschlauch (Tubus) in die Luftröhre zu schieben, haben wir jederzeit die Möglichkeit mit lokaler Betäubung, unter Zuhilfenahme eines dünnen, sehr flexiblen Gerätes (Bronchoskop) diesen Tubus in der Luftröhre zu platzieren. Sollte dieses Verfahren zur Anwendung kommen, wird der Anästhesist Sie im Rahmen des Narkoseaufklärungsgespräches (Prämedikation) darüber informieren. Mit Ausnahme der mit unter als unangenehm empfundenen Gabe von abschwellenden Nasentropfen und der Lokalanästhesie bringt dieses sicherste Verfahren zur Atemwegssicherung für den Patienten keinerlei Unannehmlichkeiten mit sich.

Zum Schluss noch eine Bitte an die Angehörigen unserer kleinen und kleinsten Patienten:

Bitte bringen Sie zum Aufklärungsgespräch für die Narkosevorbereitung etwas Zeit und insbesondere das Lieblingsschmuse-/ Kuscheltier Ihres Kindes mit. Wir bemühen uns, die Wartezeit so kurz wie möglich zu halten. Dennoch lässt es sich manchmal nicht vermeiden, dass Sie längere Zeit auf uns warten müssen. Am Operationstag selbst können Sie ihr Kind selbstverständlich mit in den Aufwachraum begleiten. Wenn es noch nicht auf der Normalstation geschehen ist, erhält Ihr Kind hier ein "Zauberpflaster", das ein schmerzloses Legen der Infusion ermöglicht und es wird ein beruhigend wirkendes Medikament in aller Regel rektal verabreicht. Sobald das Medikament seine Wirkung zeigt, nimmt der betreuende Anästhesist den kleinen Patienten mit in den Operationssaal. Nach erfolgter Operation können Sie selbstverständlich im Aufwachraum Ihr Kind wieder in Empfang nehmen. Wir bitten um Verständnis, dass es nicht möglich ist, den kleinen Patienten bis nach erfolgter Narkoseeinleitung zu begleiten!

Noch ein Tipp: Bereiten Sie Ihr Kind mit Gesprächen und Bilderbüchern (z. B. aus dem Ravensburger Verlag) auf den bevorstehenden Krankenhausaufenthalt vor.

 
 
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Zusammenfassung