Anästhesie im MRT

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie in der Magnetresonanz-Tomografie (MRT)

Die Bild gebende Diagnostik mit der Magnetresonanztomografie (MRT) ist das derzeit modernste Verfahren zur nicht-invasiven Diagnostik. Ohne Anwendung von Röntgenstrahlung ist es möglich, hochauflösende Aufnahmen aus dem Körperinnern, zum Teil sogar dreidimensional rekonstruiert, zu erstellen.

Nachteilig bei diesem Verfahren gegenüber den Röntgenaufnahmen sind nur die relativ langen Messzyklen, die pro Bildfolge bis zu 10 Minuten betragen können. In dieser Phase muss der Patient absolut ruhig liegen, um Verwacklungen zu vermeiden. Wegen der räumlichen Enge und der Geräuschentwicklung im Tomografen ist dies für einen Erwachsenen bereits schwierig, umso mehr für Kinder. 

Deshalb werden derartige Untersuchungen –abhängig von Erkrankung, Alter und Entwicklungsstand des Kindes- in aller Regel unter einer flachen Narkose durchgeführt. Dazu erhalten die Kinder nach Anwendung eines schmerzstillenden Pflasters bereits auf der Station einen dünnen Venenzugang angelegt, über den dann im Vorbereitungsraum des MRT durch den Narkosearzt eine genau abgemessene Menge eines Schlafmittels eingespritzt wird. Im Messraum selber wird diese flache Narkose („Sedierung“, „Dämmerschlaf“) mittels computergesteuerter Medikamentenpumpen während der ganzen Untersuchung weitergeführt. Atmung, Sauerstoff im Blut, Herzfunktion und Blutdruck werden dabei durch spezielle magnetfeldgeeignete Überwachungssysteme gemessen und an den Arbeitsplatz des Anästhesisten übertragen; auch besteht ständiger Blickkontakt zum Patienten. Ein geprüftes Beatmungsgerät sowie die gesamte Ausrüstung zur Behandlung von Notfällen stehen unmittelbar bereit. Dieser Sicherheitsstandard unterscheidet sich praktisch nicht vom dem in einem modernen OP!

Für besonders anspruchsvolle Untersuchungen, etwa im Bereich des Brustkorbs, des Herzens oder der Bauchorgane, ist es erforderlich, die Atmung auf Kommando anzuhalten. Da dies einem Kind natürlich nicht ausreichend möglich ist, müssen hier spezielle Verfahren der Anästhesie zur Anwendung kommen. Dabei wird die Narkose vertieft und die Atmung durch ein Narkosegerät übernommen, wodurch die Atempausen sekundengenau gesteuert werden können. In diesen Fällen kommt auch eine Atemmaske im Mundraum („Larynxmaske“) oder ein Beatmungsschlauch („Tubus“) zum Einsatz.

Am Ende der Untersuchung erwachen die Kinder innerhalb weniger Minuten aus dem Dämmerschlaf und werden –je nach Zustand und Grunderkrankung- entweder unter pflegerischer und technischer Überwachung direkt auf die Pflegestation oder eine Aufwacheinheit verlegt.

Nach vollständigem Erwachen dürfen die Kinder bei Wunsch klare Flüssigkeit (Tee oder Wasser) trinken und –wenn dies gut vertragen wird- auch eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen. Den Rest des Tages sollen die Kinder unter Beobachtung bleiben und nicht am Straßenverkehr teilnehmen!