Anästhesie bei Kindern

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie bei Kindern

Liebe Eltern,

die Einweisung eines Kindes in ein Krankenhaus ist für die meisten mit Ängsten und Sorgen verbunden. Im Folgenden möchten wir einige Fragen beantworten, die im Zusammenhang mit einem operativen Eingriff bei Kindern auftauchen könnten. Hierzu gehören neben der Erklärung der verschiedenen Anästhesieverfahren auch Hinweise für das Verhalten vor und nach der Operation.

Unser Behandlungsteam wird den Aufenthalt Ihres Kindes so sicher und so angenehm wie möglich gestalten. Da unser medizinisches Personal eine besondere Ausbildung und Erfahrung im Umgang mit Kindern hat, ist Ihr Kind bei uns gut aufgehoben.

In der Anästhesiologischen Klinik werden jedes Jahr rund 3 500 Narkosen bei Kindern durchgeführt. Unser Spektrum umfasst u.a. die spezielle Versorgung von:

  • Frühgeborenen
  • Neugeborenen mit angeborenen Erkrankungen
  • Kindern mit Tumorerkrankungen
  • Kindern mit Herzerkrankungen
  • Kinder mit urologischen Erkrankungen
  • Kinder mit Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
  • Kinder mit neurologischen Erkrankungen
  • Kinder mit Verletzungen und Knochenbrüchen

und natürlich alle Kinder mit kleineren ambulanten Eingriffen.

Die Voruntersuchung

Sie dient dazu, den Gesundheitszustand des Kindes zu beurteilen. Durch die Befragung möchten wir herausfinden, ob Besonderheiten vorliegen, die bei der Anästhesie berücksichtigt werden müssen. Blutuntersuchungen sind bei gesunden Kindern mit kleinen und mittleren Eingriffen in der Regel nicht notwendig.

Vor der Operation

Um Zwischenfälle zu vermeiden, sind einige Verhaltensregeln vor dem Eingriff unbedingt zu beachten:

  • Kinder müssen sechs Stunden vor der Narkose nüchtern bleiben (ausgenommen klare Flüssigkeiten wie Tee oder Wasser bis 2 Stunden vor der Narkose, Säuglinge dürfen bis 4 Stunden vor der Narkose Milch trinken).
  • Medikamente dürfen nur nach Absprache mit dem Anästhesisten gegeben werden.
  • Falls Ihr Kind erkältet ist, sollten Sie uns unbedingt darüber informieren.
  • Schutzimpfungen sollten möglichst 14 Tage vor dem Eingriff zurückliegen.

Die Narkose

Wenn Kinder operiert werden, ist in der Regel eine Allgemeinanästhesie erforderlich. Hierbei wird das Bewusstsein und die Schmerzempfindung im ganzen Körper ausgeschaltet, das Kind befindet sich in einem schlafähnlichen Zustand, in dem es nichts hört, nichts sieht, nichts spürt. Zur Vorbereitung der Narkose erhalten die Kinder im Vorbereitungsraum ein Medikament in Saft- oder Zäpfchenform, das neben einer beruhigenden auch eine Angst lösende Wirkung hat. Sie können Ihr Kind bis kurz vor den Operationsbereich begleiten. Auf jeden Fall darf Ihr Kind ein Kuscheltier, einen Schnuller oder auch ein Lieblingsspielzeug mit in den OP nehmen.

Zur Einleitung der Narkose wird eine Infusion in eine Vene gelegt. Dieser Vorgang ist nahezu schmerzlos, da bei den Kindern vorher auf die entsprechende Hautstelle eine lokal betäubende Salbe aufgetragen wird. Über diese Infusion können nun die Narkosemedikamente verabreicht werden. Um den Atemweg der Kinder zu sichern und um die Kinder zu beatmen wird, nachdem das Kind eingeschlafen ist, ein Beatmungsschlauch (Tubus) in die Luftröhre eingeführt. Oftmals reicht es auch aus, eine Kehlkopfmaske einzulegen, über die das Kind während der Narkose beatmet werden kann. Von Beginn der Narkose bis zum Aufwachen wird Ihr Kind von dem Anästhesisten durchgehend überwacht und betreut. Moderne Monitoringverfahren erlauben eine zusätzliche, intensive Überwachung der Körperfunktionen.

Die Behandlung von Schmerzen während und nach einer Operation

Die Ausschaltung von Schmerzen während und nach einer Operation ist eine der Hauptaufgaben der Anästhesie. Abhängig von der Art des Eingriffs sind es schwächere oder stärkere Schmerzen, die mit unterschiedlichen Medikamenten und Methoden wirkungsvoll behandelt werden können. Um milde Schmerzen auszuschalten, werden in der Regel Zäpfchen gegeben. Bei stärkeren Schmerzen werden über die Infusion zusätzlich starke Schmerzmittel (Opioide) verabreicht und - wann immer möglich und sinnvoll - ein sogenanntes Regionalanästhesieverfahren eingesetzt.

Regionalanästhesieverfahren

Bei vielen Operationen ist es möglich, die Nerven, die zu dem betroffenen Operations- und Wundgebiet führen, zu betäuben. Dazu werden - nachdem Ihr Kind eingeschlafen ist - entweder einzelne oder mehrere Nerven betäubt. Die mit einer dünnen Kanüle eingebrachten Betäubungsmittel wirken mehrere Stunden, dadurch wird das Allgemeinbefinden der Kinder nach dem Aufwachen aus der Narkose im Vergleich zu anderen Verfahren verbessert. Bei großen Operationen kann an verschiedenen Stellen ein Katheter in den sogenannten Epiduralraum im Bereich der Wirbelsäule eingelegt werden, mit dem über mehrere Tage eine Schmerztherapie durchgeführt werden kann. Ein speziell geschultes Team unserer Schmerzambulanz kümmert sich dann an den Tagen nach der Operation um Ihr Kind.

Im Aufwachraum

Nach der Operation wird Ihr Kind zur Sicherheit in den Kinder-Aufwachraum gebracht. Sie können dort wieder bei Ihrem Kind sein. Kinderkrankenschwestern kümmern sich in Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Anästhesisten um Ihr Kind, bis die Narkose vollständig abgeklungen ist und Schmerzfreiheit erreicht ist. Ist Ihr Kind wieder wach, wird es auf die Station zurück verlegt.

 

 

 
 
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Zusammenfassung