Narkose, was nun?

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Sicherheit und Vertrauen von Anfang an

Vor schmerzhaften Operationen und Untersuchungen haben Patienten verständlicherweise viele Fragen und manchmal ein beunruhigendes Gefühl was die notwendige Narkose betrifft.

Die Klinik für Anästhesiologie will daher für ihre Patienten eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen. Vor einer Operation legt der Anästhesist in einem ausführlichen persönlichen Prämedikationsgespräch das geeignete Narkoseverfahren dar und erläutert die vielfältigen Überwachungsmöglichkeiten, die es heute gibt. Er beantwortet auch Fragen zur postoperativen Überwachung während der Aufwachphase und klärt über geeignete Maßnahmen zur Linderung der postoperativen Schmerzen auf.

Im Interesse der Sicherheit des Patienten und zur Abstimmung des Anästhesieverfahrens auf seine persönliche Krankheitssituation werden durch gezielte Voruntersuchungen individuelle Risikofaktoren und Begleiterkrankungen identifiziert, welche die Operation und den Narkoseverlauf komplizieren und den Krankenhausaufenthalt verlängern könnten. Atemwegs- und Lungenerkrankungen sind dabei von besonderer Bedeutung. Die Anästhesie-Ambulanz ist deshalb mit allen Geräten zur Lungenfunktionsdiagnostik ausgestattet. Sämtliche Atemfunktionsstörungen können zuverlässig erkannt und im Zusammenhang mit einer Narkose gezielt behandelt werden.

Gefährdete Patienten, insbesondere vor Operationen in Bauch- oder Brustraum, werden durch Mitarbeiter der Anästhesie-Ambulanz in atmungsunterstützende Verfahren eingewiesen und postoperativ atemtherapeutisch betreut. Dies ist entscheidend für eine rasche Erholung nach großen Eingriffen und ermöglicht damit die baldige Entlassung nach Hause.

Neben einer eingeschränkten Lungenfunktion sind für die Evaluation der Patienten vor Anästhesie und Operation insbesondere auch die kardiovaskulären Risiken entscheidend. Da sich aus diesem Risikopotential für die DRG-Abrechnung wichtige vergütungsrelevante Nebendiagnosen ergeben können, erhält die Anästhesie-Ambulanz für die perioperative Diagnostik zusätzliches Gewicht. Die Klinik hat sich darauf eingestellt: Seit einigen Jahren wird die Ambulanz von einem Kardiologen geleitet, der die gesamte kardiopulmologische nicht-invasive Diagnostik durchführt und in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik II eventuell nötige invasive Untersuchungen vor der Operation veranlasst. Durch ihn wird auch die intra- und perioperative kardiologische Versorgung sichergestellt.

Sicher und ruhig schlafen

Während der Operation sorgen die Anästhesisten für Schmerzfreiheit und Schlaf sowie für die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen. Sie setzen dazu hochwirksame Medikamente und moderne Überwachungssysteme ein. Sie schaffen für den Operateur optimale Arbeitsbedingungen und sorgen dafür, dass heute selbst Frühgeborene mit geringem Körpergewicht und Patienten mit einem Lebensalter von bis zu 100 Jahren und mehr notwendige Operationen wohlbehalten überstehen. Das wäre noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen.

Schmerzen bei einer Operation lassen sich zuverlässig vermeiden. Schmerzfreiheit kann auf unterschiedliche Weise, ggf. auch durch Nervenblockaden erreicht werden. Während der Patient in Narkose fest schläft oder in örtlicher Betäubung entspannt ruht, wird er vom Anästhesie-Team umsorgt. Unseren hohen Sicherheitsstandard erreichen wir heute durch:

  • schonende Narkoseverfahren mit modernen, nebenwirkungsarmen Arzneimitteln,
  • differenzierte Monitorsysteme auch mit Überwachung der Hirnfunktion,
  • Erhaltung einer adäquaten - für das Gleichgewicht der Stoffwechselfunktion wichtigen - Körpertemperatur,
  • Narkoseärzte und -ärztinnen und Pflegekräfte, die im Erlanger Anästhesiesimulator die sichere Beherrschung auch kritischer Situationen trainiert haben.

Nach dem Eingriff wird der Patient bis zum vollständigen raschen Abklingen der Narkose lückenlos überwacht, um Risiken vorzubeugen und die Genesung durch eine konsequente Schmerztherapie zu fördern.