Simulatoren

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Technische Ausrüstung

Die Anästhesiologische Klinik verfügt derzeit über 9 sog. „High-Fidelity“-Simulatoren (6 Er­wachsene, 1 Kind, 1 Säugling, 1 Neugeborenes) mit den unterschiedlichsten, höchst raffinierten Körpersimula­tionen. Funktionen wie Spontanatmung, Augen und Pupillenfunktionen, Herz- und Kreislauf­funktionen, Nierenfunktion, Sprachfunktion usw., eingebettet in realistische Umgebungen wie OP, Rettungswagen, Patientenzimmer oder Intensivstation, lassen dann rasch vergessen, dass es sich eigentlich um eine simulierte Situation handelt.

Sog. "Full-scale" Simulatoren unterscheiden sich von "Part-task"-Trainern dadurch, dass sich an ihnen über die rein technischen Aspekte der anästhesiologischen oder notfallmedizinischen  Tätigkeit hinaus (z.B. Maskenbeatmung, Intubation) vor allem die komplexeren physiologischen und pharmakologische Arzt-Patienten-Interaktionen erlernen lassen.

Um diese Interaktionen von Patientenphysiologie, Arzneimittelwirkungen und Anwenderhandlungen wirklichkeitsnah darstellen zu können, sind die  bestimmte Simulatoren zum einen teilweise mit einer modellbasierten Physiologie für Kreislauf, Respiration, Stoffwechsel und ZNS inklusive pharmakologischer Modelle zur realistischen Beeinflussung dieser Funktionen ausgestattet. Zum anderen erfolgt die Steuerung der Simulatorfunktionen durch klinisch erfahrene Anästhesisten.

Full-Scale-Simulatoren wie der "Human Patient Simulator" (HPS) und der HPS PediaSim der Fa. METI/CAE Healthcare (Florida, USA) sind mit einem lebensgroßen Erwachsenen- bzw. Kindermannequin ausgestattet, von dem mittels Standardmonitoring die erzeugten physiologischen Signale wie EKG, Blutdruck, Kapnographie u.a. abgeleitet werden können. Als einzige Simulatoren verfügen sie über ein erweitertes Lungensimulationsmodell, bei dem der Simulator eigenständig auf die Zusammenseztung der eingeatmeten Luft reagiert und bei dem die Zusammensetzung der Ausatemluft der eines Menschen entspricht. Daher können Narkose- und Intensivbeatmungsgeräte inklusive dem Einsatzes von volatilen Anästhetika zum Training verwendet werden.

Diese Full-Scale-Simulatoren kommen v. a. bei der Simulation von Narkose-, Notfall- und Intensivmedizinischen Szenarien in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung zum Einsatz.

Der SimMan 3G und die SimMan Essentials  der Fa. LAERDAL/Norwegen bieten neben tastbaren Pulsen, fühlbarer Eigenatmung, simulierten Herz-und Lungengeräuschen und realistischer Pupillenfunktion auch die Möglichkeit, Veränderungen der Atemwege fernzusteuern. Alle Vitaldaten können über einen Monitor eingespielt werden. Sie wurden im Rahmen der Studentischen Lehre schon von mehr als 1 000 Erlanger Medizinstudenten genutzt um verschiedenste lebensrettende Notfallmaßnahmen zur trainieren. Da diese Simulatoren komplett kabellos betrieben werden können, werden sie auch zur In-Situ-Simulation – einem Training in Bereichen der normalen Patientenversorgung wie z.B. Normalstation oder OP – oder etwa bei Vorlesungen im Hörsaal verwendet.

Kindernotfälle in Klinik und Notarztdienst sind seltene Ereignisse und erfordern besondere Vorbereitung und Training. Hierfür stehen neben dem PediaSim noch die Simulatoren SimBaby –  ein ca. 6 Monate alter Säugling – sowie das SimNewB – ein Neugeborenes – beide Fa. Laerdal zur Verfügung. Sie bieten unter anderem tastbare Pulse (auch an der Nabelschnur), Spontanatmung und –bewegungen, fernsteuerbare Atemwege, eine anschwellende Fontanelle und eine simulierte Blaufärbung der Haut (Zyanose).

Für das Training der erweiterten Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung (Advanced Cardiac Life Support) im Rahmen des studentischen Notfallpraktikums stehen vier ALS-Skillmaster mit Heartsim-EKG-Simulator sowie ein SimMan (Fa. Laerdal) zur Verfügung.

Als Übungsumgebung dienen ein nachgebauter Operationssaal mit separatem Kontrollraum, sowie zwei weitere Seminar- und Trainingsräume. Hier ist auch ein speziell auf die Bedürfnisse der medizinischen Simulation zugeschnittenes Videodebriefing-System (Fa. ZYOS, Stuttgart) installiert.

Des Weiteren verfügt die Klinik über einen eigens für Schulungszwecke abgestellten Lehrrettungswagen (L-RTW), an dem präklinische Notfälle trainiert werden können.