Anästhesie in der Thoraxchirurgie

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie in der Thoraxchirurgie

In der Thoraxchirurgie werden Patienten mit benignen, entzündlichen oder malignen Erkrankungen der Organe sowie der bindegewebigen, nervalen, muskulären und ossären Strukturen des Thorax versorgt.  So werden neben Eingriffen an der Lunge und der Pleura sowie den Bronchien auch Eingriffe an der Thoraxwand, dem Diaphragma, dem thorakalen Truncus sympatheticus, dem Thymus und der Trachea durchgeführt.

In der Thoraxanästhesie "teilt" sich der Anästhesist bei einer Vielzahl der oben genannten Eingriffe die Lunge mit Operateur. Für den Anästhesisten bedeutet dies, dass er während der Operation nach Möglichkeit nur die nichtoperierte Lunge beatmet (Einlungenventilation). Dieses wird über die Verwendung von Doppellumentuben bzw. im Endotrachealtubus platzierten Spezialkathetern (sog. Bronchusblockern) ermöglicht. Die Planung der Art der Atemwegstrennung erfolgt dabei bereits präoperativ durch den Anästhesisten nach Sichtung ihrer Vorbefunde und entsprechend des geplanten operativen Vorgehens. So erfolgt  in enger Absprache mit dem Operateur bei Eingriffen mit Gefährdung des Stimmbandnervens routinemäßig der Einsatz eines Recurrens-Monitorings, um das Risiko für postoperative Stimmbandlähmungen zu verringern. In Spezialfällen (z. B. Chirurgie der Luftröhre) stehen auch  Beatmungsgeräte zur Jetventilation (zwischen 150 - 1 000 Atemhüben pro Minute) zur Verfügung.  Für die Platzierung und Lagekontrolle der Doppellumentuben bzw. Bronchusblocker und zur intraoperativen Diagnostik stehen an der Anästhesiologischen Klinik modernste Video-Bronchoskope bereit.

Während der gesamten Operation werden kontinuierlich alle Vital- und Beatmungsparameter sowie die verschiedene Labor- und Blutgaswerte überwacht und ggf. auftretende Probleme sofort therapiert. Zu Ihrer Überwachung stehen an der Anästhesiologischen Klinik alle modernen Möglichkeiten des hämodynamischen Monitorings (Pulskonturanalyse, Pulmonalarterienkatheter, Transösophageale Echokardiographie) zur Verfügung. 

Zum Ausschluss einer intraoperativen Awareness wird an der Anästhesiologischen Klinik routinemäßig die Narkosetiefe mittels kontinuierlicher  Ableitung eines Elektroenzephalogramms (Bispektralindex) überwacht.

Zur postoperativen Schmerztherapie wird bei entsprechenden Eingriffen und fehlenden Kontraindikationen die zusätzliche Durchführung eines rückenmarksnahen Regionalanästhesieverfahren (Periduralkatheter) bzw. einer patientenkontrollierten intravenösen Schmerzpumpe (PCIA) angeboten. Bei allen Schmerzfragen werden die Patienten auch nach der Operation während des weiteren klinischen Aufenthaltes und bei Bedarf auch ambulant nach der Entlassung durch das Team der Schmerzambulanz der Anästhesiologischen Klinik mitbetreut.