Anästhesie in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Anästhesien in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) am Universitätsklinikum Erlangen umfassen ein weites und anspruchsvolles Spektrum der orofacialen Traumatologie, operative Umstellung der Lagebeziehung der Kiefer (Umstellungsosteotomien), Implantologie, Korrektur von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bis hin zu ausgedehnten tumorresezierenden Eingriffen mit microvaskulärer Defektdeckung (Lappenplastiken). Das Patientenkollektiv umfasst die Altersspanne vom Säugling bis zum hochbetagten Patienten.

In 2 Operationssälen werden in der Klinik für MKG-Chirurgie jährlich etwa 1 300 Operationen in Allgemeinanästhesie durchgeführt.

Die operativ zu behandelnde Grunderkrankung (Tumor, Trauma, Fehlbildung) verändert häufig die normalen anatomischen Verhältnisse der oberen Atemwege und erschwert dadurch oftmals die Intubation. Zudem erfordern zahlreiche operative Maßnahmen spezielle Verfahren der endotrachealen Intubation und Narkoseführung. So kommt bei stark eingeschränkter Mundöffnung bzw. ausgedehnten Tumoren oftmals nur eine fiberoptische Intubation am schlafenden, aber noch spontan atmenden Patienten ("Analgosedierung") in Frage. Durch unsere klinische Erfahrung mit diesen Patienten und den kombinierten Einsatz von Oberflächenanästhesie und einer entsprechenden Analogosedierung gelingt es uns auch dieses Verfahren für unsere Patienten sicher und schonend durchzuführen.

Da sich das Operationsgebiet nahezu immer im unmittelbaren Bereich der oberen Atemwege befindet, ist eine besonders enge Kooperation zwischen Operateur und Anästhesist erforderlich, um eine ausreichende Sicherheit für den Patienten gewährleisten zu können. Durch Kenntnis der jeweiligen operativen Vorgehensweise, ihrer spezifischen Risiken und Erfordernisse kann der Anästhesist durch die Anwendung bestimmter Überwachungsverfahren der Vitalfunktionen (Monitoring) dazu beitragen Komplikationen zu vermeiden, rechtzeitig zu erkennen und ggf. sofort therapieren. Das jeweils von uns eingesetzte Anästhesieverfahren mit modernsten, gut steuerbaren Narkosemedikamenten ermöglicht auch nach stundenlangen Eingriffen ein schnelles und schmerzfreies Erwachen. Nach dem Eingriff werden die Patienten von unserem Anästhesieteam aus Ärzten und Fachkranken-Schwestern und -Pflegern noch für ca. 1 - 2 Stunden im Aufwachraum überwacht (z. B. Atmung, Blutdruck, Blutzucker, Elektrolyte) sowie mit Sauerstoff, Schmerzmitteln, Eiskompressen etc. und anderen notwendigen Medikamenten versorgt, damit sie sich möglichst schnell erholen. Für Patienten mit ausgedehnten tumorresezierenden- oder plastisch-rekonstruktiven Eingriffen, Mittelgesichtsfrakturen und für Patienten mit ausgeprägten kardio-pulmonalen Begleiterkrankungen, steht postoperativ eine Überwachung und Therapie auf unserer Interdisziplinären Operativen Intensivstation (IOI) zur Verfügung. Die Patienten werden in diesem Fall in Begleitung des Anästhesisten noch in Narkose und beatmet auf die IOI gebracht. In der Regel wird der Patient bereits im Laufe des ersten postoperativen Tags auf die Normalstation der MKG (Station B4-2) zurückverlegt. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Spezialisten für MKG-Chirurgie bieten wir somit eine anästhesiologische Behandlung und perioperative Betreuung unserer Patienten auf dem neuesten Stande der klinischen Forschung.

 
 
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Zusammenfassung