Anästhesie in der Kardiochirurgie

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie in der Kardiochirurgie

An der Herzchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen werden im Jahr ca. 1 100 Operationen am Herzen bzw. den herznahen Gefäßen durchgeführt, davon ca. 1 000 Operationen mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine. Für die operative Kapazität stehen 3 Operationssäle zur Verfügung.

Das herzchirurgische Spektrum umfasst:

  • die aortokoronare Bypassoperation
  • den Herzklappenersatz oder die Herzklappenrekonstruktion
  • die Herztransplantation
  • die Kunstherzimplantation
  • die minimal invasive Herzchirurgie
  • die Herzinsuffizienzchirurgie 
  • die Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren
  • die Rekonstruktion der thorakalen Aorta bei Aneurysmen und Dissektionen
  • die interventionelle Herzchirurgie/Kardiologie mit Herzklappenersatz bzw.-rekonstruktion am schlagenden Herzen (transapikal/-femoraler Aortenklappenersatz bzw. MitraClip)

Die Anästhesiologische Klinik begegnet den wachsenden Anforderungen einer modernen Herzchirurgie in vielerlei Hinsicht. Im Rahmen der perioperativen kardiozirkulatorischen Überwachung ist die transösophageale Echokardiographie zur klinischen Routine geworden. Dazu stehen im Operationssaal und auf der Intensivstation jeweils Geräte moderner Bauart zur Verfügung. Durch Integration von Ärzten mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Kardioanästhesie ist perioperativ nicht nur eine qualifizierte Diagnostik des kardiovaskulären Systems sondern auch eine fundierte Weiterbildung gewährleistet.

Für ein erweitertes hämodynamisches Monitoring stehen verschiedene Katheterbasierte Thermo- und Farbstoffdilutionsverfahren zur Verfügung. Im Rahmen des neurophysiologischen Monitorings gehört die Ableitung eines intraoperativen EEG zum klinischen Standard. Hier verfügt die Erlanger Klinik über eine jahrzehntelange Erfahrung. Evozierte Potentiale, die transkranielle Dopplersonographie und die Nahinfrarot-Spektroskopie kommen vor allem bei Eingriffen an der thorakalen Aorta zum Einsatz.

Alle die Kardioanästhesie betreffenden Maßnahmen sind in sog SOPs (standard operating procedures) festgelegt. Damit kann ein hohes Maß an Standardisierung gewährleistet werden. Dazu trägt ebenfalls die elektronische Datenverarbeitung am Narkosearbeitsplatz bei. Die Narkosetechniken werden ständig mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeglichen. So wurde 1999 Benzodiazepine und länger wirkende Opioide gegen Propofol und Sufentanil bzw. Remifentanil ausgetauscht, um ein „fast tracking“ zu ermöglichen. Zwischenzeitlich wurde Propofol gegen ein volatiles Anästhetikum getauscht, um von möglichen Vorteilen einer Präkonditionierung (Ischämietoleranz) zu profitieren.   

 
 
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Zusammenfassung