Anästhesie in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik

Anästhesie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler

Anästhesie in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik

Die enge räumliche Beziehung zwischen dem Luftweg des Anästhesisten und dem Operationsgebiet charakterisiert die besondere Situation der Anästhesie in der HNO-Chirurgie.

Neben der traditionell außergewöhnlich engen und guten Zusammenarbeit mit den operativ tätigen Kollegen tragen sowohl die Form der Narkoseführung (Totale Intravenöse Anästhesie (TIVA) oder klassische Balancierte Anästhesie entsprechend den Operationserfordernissen und Vorerkrankungen unserer Patienten) als auch unterschiedliche Monitoringverfahren (EMG/BIS) zur Patientensicherheit bei.

Die von uns betreuten Altersgruppen der Patienten reichen vom wenige Stunden alten Früh-/Neugeborenen mit angeborenen Fehlbildungen (z. B. Missbildungen der Nasenmuschel/Choanalatresie) bis hin zum hochbetagten Patienten. Die Bandbreite der operativen Eingriffe erstreckt sich von rein diagnostischen Maßnahmen (z. B. Kehlkopfuntersuchung/Mikrolaryngoskopie, BERA-Untersuchung) über gehörverbessernde Operationen (Cochleaimplantate) und plastischen Eingriffen (Septorhionplastik) bis hin zu großen Tumoroperationen mit Defektdeckung mittels unterschiedlicher Lappenplastiken.

Dank der guten Steuerbarkeit der von uns eingesetzten Medikamente zur Narkoseführung, können wir unseren operativen Partnern auch Eingriffe (z. B. Thyreoplastik) bei spontan atmenden Patienten in sogenannter Analgo-Sedierung ermöglichen bzw. sie bei der Diagnosestellung mittels Schlafendoskopie unterstützen.

Die Angst vor postoperativen Schmerzen und Übelkeit (PONV) ist zwar allzu verständlich, aber aufgrund der von uns gewählten Narkoseregime und der bereits intraoperativ begonnenen Schmerztherapie, die im Aufwachraum weitergeführt und bei Bedarf auch auf Normalstation fortgeführt wird, unbegründet.

Bei Patienten, bei denen es wegen einer Vorbehandlung im Hals-, Nasen- und Mundbereich schwierig sein kann, den Beatmungsschlauch (Tubus) in der Luftröhre zu platzieren, verfügen wir über eine umfangreiche apparative Ausstattung (Videolaryngoskop und Bronchoskop) und die nötige Erfahrung den Tubus sicher in der Luftröhre zu plazieren. Falls eine fiberoptische Intubation geplant ist, bei der ein Beatmungsschauch unter lokaler Betäubung und begleitender systemischer Schmerzmittelgabe, unter Zuhilfenahme eines dünnen, sehr flexiblen Gerätes (Bronchoskop) in die Luftröhre eingeführt wird, wird der Anästhesist im Rahmen des Narkoseaufklärungsgespräches (Prämedikation) darüber informieren.